Kursbindungen werden von einem Mechanismus gehalten, und der Mechanismus verrät das meiste von dem, was Sie wissen müssen. Manche Token sind durch Bargeld und kurzfristige Instrumente gedeckt, die ein Emittent hält, der verspricht, ein Token gegen eine Einheit Währung einzulösen. Manche sind durch andere, im Überschuss gesperrte Kryptowerte gedeckt, sodass fallende Sicherheiten Liquidationen auslösen, die das Verhältnis verteidigen. Manche verlassen sich rein auf einen Algorithmus und Marktanreize, ganz ohne Reserve.
Unter ruhigen Bedingungen übernehmen Arbitrage-Händler die Durchsetzung: Driftet das Token unter sein Ziel, kaufen und lösen sie ein, und die Lücke schließt sich. Dieser Kreislauf hängt vollständig vom Vertrauen in die Einlösbarkeit ab. Sobald Händler an den Reserven zweifeln oder die Sicherheiten schneller fallen, als sie liquidiert werden können, läuft derselbe Kreislauf rückwärts. Depegs sind notorisch abrupt — sie entfalten sich eher über Stunden als über Wochen, oft dann, wenn die Liquidität am dünnsten ist. Rein algorithmische Designs sind am zerbrechlichsten, weil einzig der Glaube die Kursbindung aufrechterhält.
Lesen Sie eine Kursbindung also als zu prüfende Behauptung, nicht als Garantie. Schauen Sie, was sie tatsächlich deckt, ob gewöhnliche Inhaber einlösen können oder nur wenige große Partner, wer die Macht hat, Guthaben einzufrieren oder auf eine Sperrliste zu setzen, und wie tief die Handelspaare sind. Beachten Sie auch, dass eine digitale Zentralbankwährung überhaupt kein an einen Kurs gebundenes Token ist — sie ist die Währung selbst in digitaler Form.
Stablecoins und ihre Risiken
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Kursbindung ist immer nur so stark wie der Mechanismus und die Reserven, die dahinterstehen.
- Depegs verlaufen schnell und meist dann, wenn die Liquidität am dünnsten ist, sodass selten Zeit für eine ruhige Reaktion bleibt.
- Prüfen Sie, wer wirklich zum Nennwert einlösen kann; ein auf eine Handvoll großer Partner beschränktes Einlöserecht ist ein schwächerer Schutz, als es klingt.
Kursbindung (Peg) — häufig gestellte Fragen
Bedeutet eine kleine Abweichung von der Kursbindung, dass etwas nicht stimmt?
Nicht zwangsläufig. Kursgebundene Token werden auf echten Märkten gehandelt und driften leicht, während sich Kauf- und Verkaufsdruck über Handelsplätze hinweg verschiebt, und Arbitrage zieht sie meist wieder in eine enge Bandbreite zurück. Entscheidend ist, wie groß die Lücke ist, wie lange sie anhält und ob die Einlösung weiterhin normal funktioniert. Eine anhaltende und sich ausweitende Lücke ist das Signal, das man ernst nehmen sollte.
Sind alle kursgebundenen Token durch Bargeld gedeckt?
Nein, und die Unterschiede zählen erheblich. Manche halten Bargeld und kurzfristige Staatsanleihen bei einem Emittenten, der Reserveberichte veröffentlicht. Andere sind mit volatiler Krypto übersichert und verteidigen die Kursbindung durch automatische Liquidationen. Ein paar halten überhaupt keine Reserven und verlassen sich allein auf Anreize. Lesen Sie die eigene Dokumentation des Emittenten, um herauszufinden, welches Modell Sie tatsächlich halten.
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