Die Phrase leistet online doppelte Arbeit, und es lohnt sich zu bemerken, welche Version Ihnen gerade gereicht wird. Die eine ist eine echte Einladung, Dinge selbst zu überprüfen. Die andere sind drei Buchstaben, die einer selbstbewussten Empfehlung angehängt werden und als rechtliche Absicherung fungieren. Das Erkennungsmerkmal ist meist, ob die Person Ihnen gezeigt hat, woher ihre Informationen stammen.
Echte Recherche beginnt mit Primärquellen statt mit Meinungen. Lesen Sie die eigene Dokumentation und das Whitepaper des Projekts, und prüfen Sie, ob die Behauptungen zu dem passen, was der Code tatsächlich tut. Prüfen Sie den Vertrag, die Halterverteilung und die Transaktionshistorie auf einem Block Explorer. Betrachten Sie das Angebot, die Freigabepläne und wer Token erhielt, bevor die Öffentlichkeit es tat. Finden Sie heraus, ob ein Audit existiert, wer es durchgeführt hat und was dabei ungeklärt blieb.
Recherchieren Sie dann den Überbringer. Fragen Sie, wer davon profitiert, wenn Sie handeln: Wird das Konto bezahlt, hält es eine Position, die es abstoßen will, oder verdient es über Empfehlungslinks? Unabhängige Medien sollten Ihnen sagen, wie sie Geld verdienen und wo ihre Grenzen liegen, weshalb unsere in unseren redaktionellen Richtlinien festgelegt sind. Nicht offengelegte Anreize sind der häufigste Grund, warum sich selbstbewusster Rat als Werbung entpuppt.
Eine Grenze verdient klare Worte. Recherche verringert Überraschungen; sie beseitigt kein Risiko und kann Ergebnisse nicht vorhersehbar machen. Gründliche Hausaufgaben enden manchmal trotzdem in Verlusten, weil Märkte von Natur aus unsicher sind. Nichts hier ist Finanzberatung, und keine noch so gründliche Lektüre macht aus einem unsicheren Markt ein gelöstes Problem.
Wie man Krypto-Betrug vermeidet: Das Playbook
Das Wichtigste in Kürze
- Prüfen Sie Behauptungen gegen Primärquellen, denn die eigenen Dokumente eines Projekts und On-Chain-Daten stehen über jeder Zusammenfassung davon.
- Fragen Sie immer, wer profitiert, wenn Sie nach dem handeln, was Ihnen gerade gesagt wurde.
- Gute Recherche ändert, wie gut Sie ein Risiko verstehen, nicht ob das Risiko existiert.
DYOR — häufig gestellte Fragen
Wo sollte ein Einsteiger tatsächlich anfangen, ein Projekt zu recherchieren?
Beginnen Sie mit dem, was das Projekt in seiner eigenen Dokumentation zu tun behauptet, und prüfen Sie, ob Sie es in einem einfachen Satz erklären können. Prüfen Sie dann Token-Angebot und -Verteilung, schlagen Sie den Vertrag in einem Block Explorer nach, und lesen Sie mindestens einen kritischen Beitrag statt nur wohlwollende. Finden Sie weder unabhängige Berichterstattung noch funktionierenden Code, ist dieses Fehlen selbst ein Befund.
Ist DYOR nur ein Weg, Verantwortung abzuwälzen?
Manchmal ja, und es ist berechtigt, skeptisch zu sein, wenn es unmittelbar nach einer starken Empfehlung erscheint. Aber der zugrunde liegende Punkt gilt unabhängig davon, wer ihn missbraucht: Die Person, die die Konsequenzen einer Entscheidung trägt, sind Sie, und anonyme Konten tragen keine Rechenschaftspflicht. Behandeln Sie die Phrase als Beschreibung dessen, wo die Verantwortung liegt, nicht als moralische Verteidigung.
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